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Morgen Gedichte

Levrai (Gedichte Morgen, der Morgen)
Wunderbarer Morgen


Als der Tag noch nicht da
in den Träumen und dazwischen
wach mit der Erinnerung
und wieder in den Traum gefallen

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Joseph von Eichendorff (Gedichte über Morgen, der Morgen)
Morgendämmerung

Es ist ein still Erwarten in den Bäumen,
Die Nachtigallen in den Büschen schlagen
In irren Klagen, können's doch nicht sagen,
Die Schmerzen all und Wonne, halb in Träumen.

Die Lerche auch will nicht die Zeit versäumen,
Da solches Schallen bringt die Luft getragen,
Schwingt sich vom Tal, eh's noch beginnt zu tagen,
Im ersten Strahl die Flügel sich zu säumen.

Ich aber stand schon lange in dem Garten
Und bin ins stille Feld hinausgegangen,
Wo leis die Ähren an zu wogen fingen.

O fromme Vöglein, ihr und ich, wir warten
Aufs frohe Licht, da ist uns vor Verlangen
Bei stiller Nacht erwacht so sehnend Singen.

Sophie Albrecht (Gedichte über Morgen, der Morgen)
Morgenlied


Prächtig steigt die Sonne wieder
Aus der Morgenröte Zelt,
Tausend, tausend Jubellieder
Singt ihr die erwachte Welt,
Und der Blumen süßes Düften
Steigt ihr auf in reinen Lüften.

Seht! wie ihr die Herden hüpfen,
Hört! wie ihr die Taube girrt;
Rascher scheint der Bach zu schlüpfen
Der durch frische Wiesen irrt,
Und die kleinen Sommer Mücken
Tanzen ringelnd ihr Entzücken.

Traurig sitz ich in der Fülle
Lauter Freude rings umher,
Schwermutsvoller, ernst und stille
Bleibt mein Busen freudenleer.
Ach! die Purpurstrahlen wecken
Mir des Todes bleiches Schrecken.

Weh mir! dass ich durch die Chöre,
Durch das Lied, das Leben singt,
Laut des Todes Röcheln höre
Das aus jedem Odem dringt,
In den Weihrauch reiner Lüfte
Mischt sich Duft der Totengrüfte.

Blumen, die dem Aufgang blühen,
Welken, wenn der Mittag sinkt,
Und von Wangen, die ihm glühen,
Todes Schweiß der Morgen trinkt,
Leichen, Gräber ohne Zahlen
Wird sein letzter Gruß bestrahlen.

Tauche deine goldnen Flügel,
Erden Licht! ins Schatten Meer,
Streu um unsre Totenhügel
Nacht das tiefste Dunkel her,
Bis in Edens Sonnenwälzen
Unsrer Gräber Fesseln schmelzen.

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Emanuel Geibel (Gedichte über Morgen, der Morgen)
Morgenwanderung


Wer recht in Freuden wandern will,
Der geh' der Sonn' entgegen:
Da ist der Wald so kirchenstill,
Kein Lüftchen mag sich regen,
Noch sind nicht die Lerchen wach,
Nur im hohen Gas der Bach
Singt leise den Morgensegen.

Die ganze Welt ist wie ein Buch,
Darin uns aufgeschrieben
In bunten Zeilen manch' ein Spruch,
Wie Gott uns treu geblieben;
Wald und Blumen nah und fern
Und der helle Morgenstern
Sind Zeugen von seinem Lieben.

Da zieht die Andacht wie ein Hauch
Durch alle Sinnen leise,
Da pocht an's Herz die Liebe auch
In ihrer stillen Weise,
Pocht und pocht, bis sich's erschließt
Und die Lippe überfließt
Von lautem, jubelndem Preise.

Und plötzlich lässt die Nachtigall
Im Busch ihr Lied erklingen,
In Berg und Tal erwacht der Schall
Und will sich aufwärts schwingen,
Und der Morgenröte Schein
Stimmt in lichter Glut mit ein:
Lasst uns dem Herrn lobsingen! -

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