Frühlingsgedichte - Übersicht
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Abend
Gestürzt sind die goldnen
Brücken
Und unten und oben so still!
Es will mir nichts mehr
Glücken,
Ich weiß nicht mehr, was ich will.
Von üppig blühenden Schmerzen
Rauscht eine Wildnis im Grund,
Da spielt wie in wahnsinnigen Scherzen
Das
Herz an dem schwindligen Schlund.
Die Felsen möchte ich packen
Vor Zorn und Wehe und Lust,
Und unter den brechenden Zacken
Begraben die wilde Brust.
Da kommt der Frühling
gegangen,
Wie ein Spielmann aus alter Zeit,
Und singt von uraltem Verlangen
So treu durch die Einsamkeit.
Und über mir Lerchenlieder
Und unter mir Blumen bunt,
So werf ich im Grase mich nieder
Und weine aus Herzensgrund.
Da fühl ich ein tiefes
Entzücken,
Nun weiß ich wohl, was ich will,
Es bauen sich andere Brücken,
Das
Herz wird auf einmal still.
Der Abend streut rosige
Flocken,
Verhüllet die Erde nun ganz,
Und durch des Schlummernden Locken
Ziehn Sterne den heiligen Kranz.
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