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Herbstgedichte Herbstgedichte

 

Dichter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z
Themen: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

 

 Äpfellese  Hoffmann von Fallersleben

 Das ist der Herbst Theodor Storm

 Der Herbst des Einsamen Georg Trakl

Der herbstliche Garten Georg Heym

 Die Mühlen Georg Heym

 Die Raben Georg Trakl

 Frühherbst

 Hälfte des Lebens Friedrich Hölderlin

 Herbst-Herbstgedichte Rainer  Rilke

 Herbst Joseph von Eichendorff

 Herbst Herbstgedichte

Herbst Theodor Storm

 Herbst Detlev von Liliencron

Herbstentschluss Nikolaus Lenau

 Herbstgedicht Schönes Herbstgedicht

 Herbst Gedichte Christian Morgenstern

 Herbsthauch Friedrich Rückert

 Herbst im Fluss  Joachim Ringelnatz

 Herbstlich sonnige Tage Emanuel Geibel

 Herbsttag Rainer Maria Rilke

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Herbstraben Max Dauthendey

 

 

 Herbstbild  Friedrich Hebbel

 Herbstgefühle Johann W. von Goethe

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 Im Herbst Wilhelm Busch 

 Im Herbst Georg Trakl

 Im Herbst Adelbert von Chamisso

 Jetzt ist es Herbst Max Dauthendey

 Kesselbuntes Herbstgedicht

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 Novembertag Christian Morgenstern

 Nun stehen die Tage grau  Dauthendey

 Oktoberlied Theodor Storm

 Oktobersturm Christian Morgenstern

 Septembermorgen Mörike, Eduard

 Solch ein lauer weißer Tag Dauthendey

 Spätherbst Hermann Allmers

 Septembertag Christian Morgenstern

 Über allen Gipfeln ist Ruh' Goethe  

 Über die Heide Theodor Storm

 Verfall  Georg Trakl

 Verklärter Herbst Georg Trakl

 Wo die Nebel brüten im Tal  Dehmel 

 

Herbstgedichte für Kinder ...

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Christian Morgenstern (Herbstgedichte)

Novembertag

 

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in  Sinnen.

Leiser wird die Hand,  der Mund,
stiller die Gebärde.
 
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.


Levrai (Kurze Herbstgedichte)

Herbstgedicht

 

Herbstblätterbunt
Fallen und schweben
Der Herbst liegt schon wund
Den Winter zu weben

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Max Dauthendey (Herbstgedichte)

Jetzt ist es Herbst


Jetzt ist es Herbst,
Die Welt ward weit,
Die Berge öffnen ihre Arme
Und reichen dir Unendlichkeit.
Kein Wunsch, kein Wuchs ist mehr im Laub,
Die Bäume sehen in den Staub,
Sie lauschen auf den Schritt der Zeit.

Jetzt ist es Herbst,
das Herz ward weit.
Das Herz, das viel gewandert ist,
Das sich verjüngt mit Lust und List,
Das Herz muss gleich den Bäumen lauschen
Und Blicke mit dem Staube tauschen.
Es hat geküsst, ahnt seine Frist,
Das Laub fällt hin, das Herz vergisst.

top


Rainer Maria Rilke (Kurze Herbstgedichte)

Herbsttag  

 

Herr: es ist Zeit.  Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde  los.

    

Befiehl  den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.

    

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist,  wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern,  wenn die Blätter treiben.

 

Herbstgedichte und Gedichte über Urlaub im Herbst,

Gedichte über Hotels, Urlaub und Herbst.

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Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!

Die Luft ist still, als atmete man kaum,

Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,

die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

    

O stört sie nicht, die Feier der Natur!

Dies ist die Lese, die sie selber hält,

Denn heute löst sich von den Zweigen nur,

Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.  

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Paula Dehmel  (Herbstgedichte)

Wo die Nebel brüten im Tal

 

Wo die Nebel brüten im Tal
unterm Herbstlaub
schwermütig lag ich...

Dein Antlitz ist ein Kornfeld
auf dem die Sonne liegt
und die Ähren schwer sind...

Wo dein Fuß über die Erde sprang,
holen die Lerchen ihren Jubel.
Dein Blut ist wie Wein von fernen Inseln,
die ruhelos wandern in blauen Wellen.

Wie der Frühling
geht deine Stimme über die Hügel
rührend an schlafenden Klängen.

Hoch schlägt es aus Tälern!
Ich möcht dir eine Blume schenken,
die immer duftet.

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Wilhelm Busch (Herbstgedichte)

Im Herbst


Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.
Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Sie ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewusst bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

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Georg Heym   (Herbstgedichte)

Der herbstliche Garten


Der Ströme Seelen, der Winde Wesen
Gehet rein in den Abend hinunter,
In den schilfigen Buchten, wo herber und bunter
Die brennenden Wälder im Herbste verwesen.

Die Schiffe fahren im blanken Scheine,
Und die Sonne scheidet unten im Westen,
Aber die langen Weiden mit traurigen Ästen
Hängen über die Wasser und Weine.

In der sterbenden Gärten Schweigen,
In der goldenen Bäume Verderben
Gehen die Stimmen, die leise steigen
In dem fahlen Laube und fallenden Sterben.

Aus gestorbener Liebe in dämmrigen Stegen
Winket und wehet ein flatterndes Tuch,
Und es ist in den einsamen Wegen
Abendlich kühl, und ein welker Geruch.

Aber die freien Felder sind reiner,
Da sie der herbstliche Regen gefegt.
Und die Birken sind in der Dämmerung kleiner,
Die ein Wind in leiser Sehnsucht bewegt.

Und die wenigen Sterne stehen
Über den Weiten in ruhigem Bilde.
Lasst uns noch einmal vorübergehen,
Denn der Abend ist rosig und milde.

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Georg Trakl  (Herbstgedichte)

Verfall


Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.

Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten
Träum ich nach ihren helleren Geschicken
Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.
So folg ich über Wolken ihren Fahrten.

Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,

Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.

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Nikolaus Lenau (Herbstgedichte)

Herbstentschluss


Trübe Wolken, Herbstesluft,
Einsam wandl' ich meine Straßen,
Welkes Laub, kein Vogel ruft.
Ach, wie stille! wie verlassen!

Todeskühl der Winter naht;
Wo sind, Wälder, eure Wonnen?
Fluren, eurer vollen Saat
Goldne Wellen sind verronnen!

Es ist worden kühl und spät,
Nebel auf der Wiese weidet,
Durch die öden Haine weht
Heimweh; - alles flieht und scheidet.

Herz, vernimmst du diesen Klang
Von den felsentstürzten Bächen?
Zeit gewesen wär' es lang,
Dass wir ernsthaft uns besprächen!

Herz, du hast dir selber oft
Weh getan und hast es andern,
Weil du hast geliebt, gehofft;
Nun ist's aus, wir müssen wandern!

Auf die Reise will ich fest
Ein dich schließen und verwahren,
Draußen mag ein linder West
Oder Sturm vorüberfahren;

Dass wir unsern letzten Gang
Schweigsam wandeln und alleine,
Dass auf unserm Grabeshang
Niemand als der Regen weine!

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Hoffmann von Fallersleben (Herbstgedichte)

Äpfellese


Das ist ein reicher Segen

In Gärten und an Wegen!

Die Bäume brechen fast.

Wie voll doch Alles hanget!

Wie lieblich schwebt und pranget

Der Äpfel goldne Last!


Jetzt auf den Baum gestiegen!

Lasst uns die Zweige biegen,

Dass jedes pflücken kann!

Wie hoch die Äpfel hangen,

Wir holen sie mit Stangen

Und Haken all' heran.


Und ist das Werk vollendet,

So wird auch uns gespendet

Ein Lohn für unsern Fleiß.

Dann zieh'n wir fort und bringen

Die Äpfel heim und singen

Dem Herbste Lob und Preis.

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Christian Morgenstern (Herbstgedichte)

Novembertag

 

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in  Sinnen.

Leiser wird die Hand,  der Mund,
stiller die Gebärde.
 
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.

Herbstgedichte - Hier gibt es mehr Herbstgedichte...

 

Die schönsten kurzen Herbstgedichte ... mehr schöne alte Herbstgedichte

 

Herbstgedichte. Herbstlyrik und Herbstpoesie. Neue kurze Herbstgedichte über Urlaub im Herbst, die Nordseeküste in Dänemark und seine schönen

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Max Dauthendey (Herbstgedichte)

 

Solch ein lauer weißer Tag,
Mag die Hände gar nicht rühren,
Nur die Augen liegen wach.

Draußen welken gelb die Bäume,
In der stillen Esche nicken
Graue Blätter, altersschwach.
Graue Blätter, graue Träume.

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Johann Wolfgang von Goethe 

Über allen Gipfeln ist Ruh'

 

Über allen Gipfeln
Ist Ruh', 
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur!  Balde
Ruhest du auch.

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Joachim Ringelnatz (Herbstgedichte)

Herbst im Fluss

 

Der Strom trug das ins Wasser gestreute

Laub der Bäume fort.

Ich dachte an alte Leute

Die auswandern ohne ein Klagewort.

 

Die Blätter treiben und trudeln,

Gewendet von Winden und Strudeln

Gezügig, und sinken dann still.

Wie jeder, der Großes erlebte,

Als er an Größerem bebte,

Schließlich tief ausruhen will.

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Theodor Storm (Kurze Herbstgedichte)

Komm, lass uns spielen

 

Wie bald des Sommers holdes Fest verging!
Rauh weht der Herbst;  wird's denn auch Frühling wieder?
Da fällt ein bleicher Sonnenstrahl hernieder -
Komm,  lass uns spielen, weißer Schmetterling!
Ach, keine Nelke,  keine Rose mehr;
Am Himmel fährt ein kalt Gewölk daher!
Weh,  wie so bald des Sommers Lust verging  -
O komm!  Wo bist du,  weißer Schmetterling?

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Theodor Storm (Heidegedichte)  (Herbstgedichte kurz)

Über die Heide

 

Über die Heide hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde wandert es mit.
Herbst ist gekommen, Frühling ist weit -
Gab es denn einmal selige Zeit?
Brauende Nebel geisten umher;
Schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer.
Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai!
Leben und Liebe - wie flog es vorbei!

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Friedrich Rückert (Herbstgedichte)

Herbsthauch

 

Herz,  nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen, 
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

 

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln,  zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.

 

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles,  o Herz,  ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.

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Levrai (Kurze Herbstgedichte)

kesselbuntes

 

einen korb voll buntes

dem sommer gestohlen

letzte hitze unter Blättern -

verschwärzter winternächte sommertraum

der Wärme hinterherlaufen

bis sie hinter dem horizont versinkt

Die schösslinge entblättert

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Theodor Storm (Herbstgedichte)

Das ist der Herbst

 

Das ist der Herbst;  die Blätter fliegen,
Durch nackte Zweige fährt der Wind;
Es schwankt das Schiff,  die Segel schwellen  -
Leb wohl,  du reizend Schifferkind!  --
Sie schaute mit den klaren Augen
Vom Bord des Schiffes unverwandt,
Und Grüße einer fremden Sprache
Schickte sie wieder und wieder ans Land.
Am Ufer standen wir und hielten
Den Segler mit den Augen fest  -
Das ist der Herbst!  wo alles Leben
Und alle Schönheit uns verlässt.

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Hoffmann von Fallersleben (Kurze Herbstgedichte)

Herbstlied

 

Der Frühling hat es angefangen,
Der Sommer hat's vollbracht.
Seht, wie mit seinen roten Wangen
So mancher Apfel lacht!

    
Es kommt der Herbst mit reicher Gabe,
Er teilt sie fröhlich aus,
Und geht dann wie am Bettelstabe,
Ein armer Mann, nach Haus.

    
Voll sind die Speicher nun und Gaden,
Dass nichts uns mehr gebricht.
Wir wollen ihn zu Gaste laden,
Er aber will es nicht.

 

Er will uns ohne Dank erfreuen,
Kommt immer wieder her:
Lasst uns das Gute drum erneuen,
Dann sind wir gut wie er.

 

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über Hotels, Urlaub und Herbst.

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Levrai (Herbstgedichte)

Frühherbst

 

Der Tag gesättigt in

Stunden wogenden Lichts

verstaubt die Tränen

früh gesunkener Blätter

 

Heimlich erreichte der Herbst

verborgen in Nebelwänden

mit steter Hast und Gier

vor der großen stille

dich und dein Leben

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Georg Trakl  (Herbstgedichte)

Im Herbst

 

Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,
Still sitzen Kranke im Sonnenschein.
Im Acker müh'n sich singend die Frau'n,
Die Klosterglocken läuten darein.

Die Vögel sagen dir ferne Mär,
Die Klosterglocken läuten darein.
Vom Hof tönt sanft die Geige her.
Heut keltern sie den braunen Wein.

Da zeigt der Mensch sich froh und lind.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Weit offen die Totenkammern sind
Und schön bemalt vom Sonnenschein.

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Emanuel Geibel   (Herbstgedichte)

Herbstlich sonnige Tage

 

Herbstlich  sonnige Tage,
mir beschieden zur Lust,
euch mit leiserem Schlage
grüßt die atmende Brust. 

O wie waltet die Stunde
nun in seliger Ruh’! 
Jede schmerzende Wunde 

schließet leise sich zu.

Nur zu rasten,  zu lieben,
still an sich selber zu baun,
fühlt sich die Seele getrieben
und mit Liebe zu schaun. 

Jedem leisen Verfärben
lausch ich mit stillem Bemühn,
jedem Wachsen  und Sterben,
jedem Welken und Blühn.

Was da webet im Ringe,
was da blüht auf der Flur,
Sinnbild ewiger Dinge  
ist’s dem Schauenden nur

Jede sprossende Pflanze, 
die mit Düften sich füllt,
trägt im Kelche das ganze
Weltgeheimnis verhüllt.

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Levrai (Herbstgedichte)

 

Nach dem Sommer den Herbst leben,
Wind in klaren Tagen, kühl und rein.
Leise den Herbst zu verführen,
um schon bald Winter zu sein.

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Georg Trakl 

Verklärter Herbst

    
Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.

    
Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise 
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

    
Es ist der Liebe milde Zeit.
 levrai.de
Im Kahn den blauen Fluss hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht -
Das geht in Ruh und Schweigen unter.

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Mörike, Eduard  (Kurze Herbstgedichte)

Septembermorgen 

    

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

 

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Theodor Storm  (alte Herbstgedichte)

Oktoberlied (Gedichte über den Herbst)    

 

Der Nebel steigt,  es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden,  ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt,  die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz -
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein,  den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst;  doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!  
Der Frühling kommt,  der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,  
Wir wollen sie,  mein wackrer Freund,
Genießen,  ja genießen! 

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Rainer Maria Rilke (alte Herbstgedichte)

Herbst

    
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
    

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.  
   

Wir alle fallen. Diese Hand da  fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
    

Und doch ist Einer,  welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

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Rainer Maria Rilke (Herbstgedichte)

Herbststimmung

 

Die Luft ist lau,  wie in dem Sterbezimmer,
an dessen Türe schon der Tod steht still;  
auf nassen Dächern liegt ein blasser Schimmer,
wie der der Kerze,  die verlöschen will.

Das Regenwasser röchelt in den Rinnen,  
der matte Wind hält Blätterleichenschau; -
und wie ein Schwarm gescheuchter Bekassinen
ziehn  bang die kleinen Wolken durch das Grau.

top


Christian Morgenstern

Oktobersturm

 

Schwankende Bäume
im Abendrot  -
Lebenssturmträume
vor purpurnem Tod  -

    

Blättergeplauder  -
wirbelnder Hauf  -
nachtkalte Schauder
rauschen herauf. 

 

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Hermann Allmers (Kurze Herbstgedichte)

Spätherbst

 

Der graue Nebel tropft so still
Herab auf Feld und Wald und Heide,
Als ob der Himmel weinen will
In übergroßem Leide.

Die Blumen wollen nicht mehr blühn,
Die Vöglein schweigen in den Hainen,
Es starb sogar das letzte Grün,
Da mag er auch wohl weinen.

top


Georg Heym

Die Mühlen

    

Die vielen Mühlen gehen  und treiben schwer.
Das Wasser fällt über die Räder her
Und die moosigen Speichen knattern im Wehr.

     

Und  die Müller sitzen tagein, tagaus
Wie Maden weiß in dem Mühlenhaus.

Und schauen oben zum Dache hinaus.

    

Aber die hohen Pappeln stehn  ohne Wind
Vor einer Sonne herbstlich und blind,
Die matt in die Himmel geschnitten sind.

 

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Joseph von Eichendorff

 

Nun lass den Sommer gehen,
Lass Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,  
Wie könnt ich traurig  sein? 

    

(Schreibweise angepasst)

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Levrai  

Herbst (Herbstgedichte)

 

Letztes Rot 

Im Frühjahr verschwiegener Früchte

Verloren

 

Entrindet, Regen wäscht das Blut

Verkrustet Wind und Boden

Sinkt Sonnenlicht dem Herbst entgegen

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Christian Morgenstern (Herbstgedichte)

Septembertag

    

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit, 
die dich befreit,  zugleich sie dich bedrängt;  
wenn das kristallene Gewand der Wahrheit 
sein kühler Geist um Wald und Berge  hängt.

    

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit.

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Christian Morgenstern (Herbstgedichte)

Herbst Gedichte

    

Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf 
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig. 
Nun neig  
dich, Welt, hinab. 

     

Bald sinkt's von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.

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Friedrich Hölderlin (Kurze Herbstgedichte)

Hälfte des Lebens

    

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne;
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

     

Weh mir, wo nehm' ich, wenn
Es Winter ist,  die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt,  im Winde
Klirren die Fahnen.

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Detlev von Liliencron  (Herbstgedichte)

Herbst (Gedicht über den Herbst)

     

Astern blühen schon im Garten,
Schwächer trifft der Sonnenpfeil.
Blumen,  die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

    

Brauner dunkelt längst die Heide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt in blauem Duft.

    

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden,  Herbstes Trauer,
Welke Rosen,  reife Frucht.

 

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Adelbert von Chamisso  (Gedichte über das Leben)

Im Herbst

 

Niedrig schleicht blass hin die entnervte Sonne
Herbstlich goldgelb färbt sich das Laub,  es trauert
Rings das Feld schon nackt und die Nebel ziehen
Über die Stoppeln. 

Sieh,  der Herbst schleicht her und der arge Winter  
Schleicht dem Herbst bald nach,  es erstarrt das Leben;
Ja, das Jahr wird alt,  wie ich alt mich fühle
Selber geworden!

Gute,  schreckhaft siehst du mich an, erschrick nicht;
Sieh,  das Haupthaar weiß, und des Auges Sehkraft
Abgestumpft;  warm schlägt in der Brust das Herz zwar,   
Aber es friert mich!

Naht der Unhold, lass mich ins Auge ihm scharf sehn:
Wahrlich,  Furcht nicht flößt er mir ein, er komme,
Nicht bewusstlos rafft er mich hin,  ich will ihn
Sehen und kennen.

Lass den Wermutstrank mich,  den letzten, schlürfen, 
Nicht ein Leichnam längst,  ein vergessner,  schleichen,
Wo ich markvoll einst in den Boden Spuren
Habe getreten.

Ach! ein Blutstrahl quillt aus dem lieben Herzen:
Fasse Mut,  bleib stark;  es vernarbt die Wunde,
Rein und liebwert hegst du mein Bild im Herzen
Nimmer vergänglich.

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Max Dauthendey  (Herbstgedichte)

Herbstraben

 

Herbstraben sammeln sich in den Bäumen,
Als ob schwarze Lappen die Äste säumen.
Herbstraben bellen,  die Äcker schallen,
Die Raben schwarz aus den Baumkronen fallen. 

Sie jagen wie Furien entlang an den Hügeln
Und tragen die Winternacht  auf den Flügeln.
Sie streichen verhexend rund um das Haus,
Sie stoßen knarrende Schreie aus, 

Als ächzten im Berg unsichtbare Türen,
Die zu den verlassensten  Stuben führen.
Die Raben fliegen und fliegen nicht weiter,
Die Blätter fallen,  der Waldweg wird breiter.

Und aus den Hügeln mit nassen Wangen
Kommt Verlassenheit breit an dein Haus gegangen.
Und Wolke bei Wolke ins Fenster dir speit,
Und Rabe um Rabe ins Ohr dir schreit. 

top


Georg Trakl  (Herbstgedichte) (Einsamkeit Gedichte)

Der Herbst des Einsamen

 

Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.

Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;
Im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;
Es ruht des Landmanns ruhige Gebärde.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel
Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.

Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;
In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden
Und Engel treten leise aus den blauen
Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen,
Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.

top


Johann Wolfgang von Goethe   (Herbstgedichte)

Herbstgefühle

 

Fetter grüne, du Laub,
Am Rebengeländer
Hier mein Fenster herauf!
Gedrängter quellet,
Zwillingsbeeren, und reifet
Schneller und glänzend voller!
Euch brütet der Mutter Sonne
Scheideblick, euch umsäuselt
Des holden Himmels
Fruchtende Fülle;
Euch kühlet des Mondes
Freundlicher Zauberhauch,
Und euch betauen, ach!
Aus diesen Augen
Der ewig belebenden Liebe
Vollschwellende Tränen.

top


Adelbert von Chamisso  (Herbstgedicht)

Frühling und Herbst.

 

Fürwahr,  der Frühling ist erwacht;
Den holden Liebling zu empfah'n, 
Hat sich mit frischer Blumenpracht
Die junge Erde angetan.

Die muntern Vögel,  lieberwärmt, 
Begeh' n im grünen Hain ihr Fest.
Ein jeder singt,  ein jeder schwärmt, 
Und bauet emsig sich sein Nest.

Und Alles lebt und liebt und singt
Und preist den Frühling wunderbar, 
Den Frühling,  der die Freude bringt;
Ich aber bleibe stumm und starr.

Dir,  Erde,  gönn'  ich deine Zier, 
Euch,  Sänger,  gönn ich eure Lust, 
So gönnet meine Trauer mir, 
Den tiefen Schmerz in meiner Brust.

Für mich ist Herbst; der Nebelwind
Durchwühlet kalt mein falbes Laub;
Die Äste mir zerschlagen sind, 
Und meine Krone liegt im Staub.

top


Theodor Storm   (Herbstgedichte)

Herbst


Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg' ein ferner Frühlingstag.

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Max Dauthendey  (Herbstgedichte)

 

Nun stehen die Tage grau, lässig, still,
Weil es herbsten will.
Der Sommer wird arm.

Doch ich trage junge Violen im Haar
Und Maienstrahlen, eine goldhelle Schar,
Und die Sonne im Arm.

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Georg Trakl  (Herbstgedichte)

Die Raben


Über den schwarzen Winkel hasten
Am Mittag die Raben mit hartem Schrei.
Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbei
Und manchmal sieht man sie mürrisch rasten.

O wie sie die braune Stille stören,
In der ein Acker sich verzückt,
Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,
Und manchmal kann man sie keifen hören

Um ein Aas, das sie irgendwo wittern,
Und plötzlich richten nach Nord sie den Flug
Und schwinden wie ein Leichenzug
In Lüften, die von Wollust zittern.

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 Bewertung ****** aktualisiert 01.01.2012 >>Sende dein Gedicht ein<<

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