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Joseph von Eichendorff (Die schönsten Liebesgedichte)
Bist du das Wasser
Bist du das Wasser bin ich dein Strand Bist du die Sonne bin ich der Wind bin ich müde bist du mein Traum bist du die Nähe wie gern ich dich sähe unter blättrigem Baum
Ein Händeineinanderlegen, Ein langer Kuss auf kühlen Mund, Und dann: auf schimmerweißen Wegen Durchwandern wir den Wiesengrund.
Durch leisen, weißen Blütenregen Schickt uns der Tag den ersten Kuss, - Mir ist: Wir wandeln Gott entgegen, Der durchs Gebreite kommen muss.
Seliger Tod
Gestorben war ich
Begegnung
Das süße Lächeln starb dir im
Gesicht,
Es ist Nacht, und mein Herz kommt zu dir, hält's nicht aus, hält's nicht aus mehr bei mir.
Legt sich dir auf die Brust, wie ein Stein, sinkt hinein, zu deinem hinein.
Dort erst, levrai.de dort erst kommt es zur Ruh, liegt am Grund seines ewigen Du.
Beim Erwachen
Tiefer ins Morgenrot versinken die Sterne
alle
Aber im Herzen tief bewahr' ich die
lieben Züge,
Nachts
Schon Mitternacht! Mein Kopf ist wüst - Zu Bett! Ich habe lang gewacht; Doch ob das Aug sich müde schließt, levrai.de Wann kennt das Herz wohl Tag und Nacht? Das Herz, das Herz hat nimmer Ruh, Das fliegt zu dir durch Zeit und Raum, Im Traum mein süßes Leben du, Im Leben du mein süßer Traum!
Wärme
Dein Atem weitet den Raum denn leise Schneeflocken schmelzen lachend Gestein spricht eine kleine Sprache und atmet Stürme liebt das alte Laub die Erde Eis die Wärme und Haut liebt deine Haut.
Bei dir ist es traut
Bei dir ist es traut: Zage Uhren schlagen wie aus weiten Tagen. Komm mir ein Liebes sagen- aber nur nicht zu laut.
Ein Tor geht irgendwo draußen im Blütentreiben. Der Abend horcht an die Scheiben. Lass und leise bleiben: Keiner weiß und so.
An die Cynthia
Du gabst mir zwei Küsse, ich gab dir wieder zwei. Jetzt zürnst du mit mir, und schlägst die Augen nieder Weil ich nun hör, dass es dir nicht recht sei geb ich dir deine zwei, gib du mir meine wieder
(Schreibweise angepasst)
Ying Yang
Ein Mund zum Küssen müssen Ein Glück zum Sterben werden Ein Blick zum Dein sein
Mit Reden küssen Mit Glücklichsein werden Körper ein- und ausgeatmet sein
Nur Ying und dieser flüchtige Kuss
Was
Yang nicht verstehen muss Nähe zu suchen Deine Hände Bedecken meine Gedanken
(Dass du mich liebst, das wusste ich)
Dass du mich liebst, das wusste ich, Ich hatte es längst entdeckt; Doch als du mir's gestanden, Hat es mich tief erschreckt.
Ich stieg wohl auf die Berge Und jubelte und sang; Ich ging ans Meer und weinte Beim Sonnenuntergang.
Mein Herz ist wie die Sonne So flammend anzusehen, Und in ein Meer von Liebe Versinkt es groß und schön.
(Schreibweise des Gedichts wurde angepasst)
Wärme
Atem weitet Raum denn leise Schneeflocken schmelzen lachend das Holz spricht eine kleine Sprache und atmet Stürme liebt das alte Laub die Erde Eis die Wärme und Haut liebt Haut.
Ich möchte dir ein Liebes schenken...
Ich möchte dir ein Liebes schenken,
Mir ist, dass wir uns
selig fänden
(Schreibweise angepasst)
B ei sich haben
S ei hierKringel auf dem Papier Ecke um Ecke gefaltet Kanten gefalzt P apier entfaltetDreiecke auf dem Papier gefaltet auf Ecke und Ecke sei hier
An meine Rose
Frohlocke, schöne junge
Rose,
So süßer Duft, so helle Flamme
Kann nicht für irdisch gelten, Sich in die Schatten senken,
Wenn sie in heilig stiller Ferne
Je länger sich in meinen Tränen Dein holdes Antlitz wieget.
Die Ewigkeiten nährte! –
Und ich, wie sie, muss immer eilen
Mit allem meinem
Lieben Mein Herz voll süßen Bebens
Dich mir gemalt zum Eigentume Wenn endlich seine sanften Finger Mein Welkes niederstreifen.
Die Küsse
Der Neid, o
Kind,
Bei Übersendung eines Vergissmeinnicht
Diese Blume,
deren blaue Blüte
Himmlisch wars, wenn ich bezwang
Ölfarbe auf Holzplatte.
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