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Trennung -  es ist vorbei - Liebesgedichte

 

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim  (es ist vorbei - Gedicht)  

Liebe weg Du zankst dich nur

Liebe, weg! Du zankst dich nur,
Bist nur immer eifersüchtig!
Siehst nur immer nach der Uhr,
Bist, wie ihre Stunden, flüchtig!

Freundschaft, bleib'! Du zankst dich nicht,
Bist nicht immer eifersüchtig!
Siehst ins helle Sonnenlicht,
Bist nicht unstet, bist nicht flüchtig!

Komm' und sitz' auf meinem Schoß,
Herrsch' in meinem kleinen Staate!
Wie werd' ich die Liebe los?
Rate, liebe Freundschaft, rate!

top

 

 

Joseph von Eichendorff  (heimliche Liebe, Liebesgedichte)

Verlorene Liebe

Lieder schweigen jetzt und Klagen,
Nun will ich erst fröhlich sein,
All mein Leid will ich zerschlagen
Und Erinnern -
gebt mir Wein!
Wie er mir verlockend spiegelt
Sterne und der Erde Lust,
Stillgeschäftig dann entriegelt
All die Teufel in der Brust,
Erst der Knecht und dann der Meister,
Bricht er durch die Nacht herein,
Wildester der Lügengeister,
Ring mit mir, ich lache dein!
Und den Becher voll Entsetzen
Werf ich in des Stromes Grund,
Dass sich nimmer dran soll letzen
Wer noch fröhlich und gesund!

Lauten hör ich ferne klingen,
Lustge Bursche ziehn vom Schmaus,
Ständchen sie den Liebsten bringen,
Und das lockt mich mit hinaus.
Mädchen hinterm blühnden Baume
Winkt und macht das Fenster auf,
Und ich steige wie im Traume
Durch das kleine Haus hinauf.
Schüttle nur die dunklen Locken
Aus dem schönen Angesicht!
Sieh, ich stehe ganz erschrocken:
Das sind ihre Augen licht,

Locken hatte sie wie deine,
Bleiche Wangen, Lippen rot -
Ach, du bist ja doch nicht meine,
Und mein Lieb ist lange tot!
Hättest du nur nicht gesprochen
Und so frech geblickt nach mir,
Das hat ganz den Traum zerbrochen
Und nun grauet mir vor dir.
Da nimm Geld, kauf Putz und Flimmern,
Fort und lache nicht so wild!
O ich möchte dich zertrümmern,
Schönes, lügenhaftes Bild!

Spät von dem verlornen Kinde
Kam ich durch die Nacht daher,
Fahnen drehten sich im Winde,
Alle Gassen waren leer.
Oben lag noch meine Laute
Und mein Fenster stand noch auf,
Aus dem stillen Grunde graute
Wunderbar die Stadt herauf.
Draußen aber blitzts vom weiten,
Alter Zeiten ich gedacht´,
Schaudernd reiß ich in den Saiten
Und ich sing die halbe Nacht.
Die verschlafnen Nachbarn sprechen,
Dass ich nächtlich trunken sei -
O du mein Gott! und mir brechen
Herz und Saitenspiel entzwei!

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Rainer Maria Rilke  (Trennung Liebesgedichte)

Vorbei

 

Wir hatten uns erkoren,
versprochen Lieb und Treu, 
wir hattens uns geschworen...
Und nun ists doch vorbei!

 

Verwelkt die schönsten Triebe,
verdorret,  müd und matt,
und ach,  das
Herz der Liebe
und auch des Lebens satt.

 

"Vorbei"  -  wie sie auch glühten
im schönen jungen Mai,
vorbei die holden Blüten -
auf immerdar vorbei! -

 

Erweckt euch nichts mehr wieder
mit himmlischer Gewalt,
sind all die frohen Lieder
auf ewig nun verhallt?

 

Und doch durchs Herze leise
mir immerfort noch zieht   
die zarte,  liebe Weise -
das alte schöne Lied!

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Charlotte von Ahlefeld  (traurige Liebesgedichte)

Der Liebende an eine verwelkte Blume

    

Diese Blume  –  ach sie kam von ihr!
Auch verwelkt noch ist sie heilig mir.
Längst sind ihre Farben hingeschwunden,
Wie die Seligkeit vergangner Stunden  -
Aber dennoch bleibt sie heilig mir,
Diese Blume  –  denn sie kam von ihr.
     
Tausend blühen schimmernd jetzt im Hain  -
Farb' und Duft erfüllt ihr kurzes Sein  -
Aber mich reizt ihre Schönheit nicht,
Wenn nicht ihre Hand sie für mich bricht.  
Längst verblichne Blume,  Du allein
Sollst mir Weihgeschenk des Frühlings sein.
    
Tränen trüben schwellend meinen Blick,
Denk' ich an den schönen Tag zurück,  
Wo sie Dich im Morgenthau mir pflückte,
Und ich zärtlich an mein
Herz Dich drückte.
Teure Blume   –   mein entfloh'nes
Glück
Kehrt wie deine Farbe nie zurück!

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Hermann Löns (Trennung Liebesgedichte)

Mohnblumen

 

Mit roten Feldmohnblüten
Hatt' ich dein Haar geschmückt,
Die roten Blumenblätter
Die sind nun alle zerdrückt.

 

Du bist zu mir gekommen
Beim Abendsonnenschein,
Und als die Nacht hereinbrach,
Da ließest du mich allein.

 

Ich höre die Stille rauschen
Und sehe die Dunkelheit sprühn,
Vor meinen träumenden Augen
Purpurne Mohnblumen blühn.

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Christian Parisius   (Trennung Liebesgedichte)

Zu Ende

 

Das lyrische Ich hat sich selbst verloren

Erloschene Liebesgefühle - zu Ende 

Die Erhöhung und Verklärung des Geliebten

jetzt lebt die Liebe ihr Zentrum

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Ludwig Tieck (Trennung Gedichte)

Trennung

 

Muss es eine Trennung geben,
Die das treue Herz zerbricht?
Nein, dies nenne ich nicht leben,
Sterben ist so bitter nicht.

 

Hör' ich eines Schäfers Flöte,
Härme ich mich inniglich,
Seh ich in die Abendröte,
Denk ich brünstiglich an dich.

 

Gibt es denn kein wahres Lieben?
Muss denn Schmerz und Trauer sein?
Wär ich ungeliebt geblieben,
Hätt' ich doch noch Hoffnungsschein.

 

Aber so muss ich nun klagen:
Wo ist Hoffnung, als das Grab?
Fern muss ich mein Elend tragen,
Heimlich stirbt das Herz mir ab.

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Charlotte von Ahlefeld    (Trennung Liebesgedichte)

Dora's Abendlied

 

Still tritt der Mond in weiter Himmelsferne
Aus des Gewölkes nächtlich grauem Flor,
In goldner Reinheit schimmernd jetzt hervor,
Umgeben von dem hellen Chor der Sterne;  
Ihn, den ich mir zum Freunde auserkor,
Ihn,  dem ich klagte, was ich längst verlor,
Begrüßt mein Blick in stiller Nacht so gerne.
    
Er leuchtet freundlich mir statt aller Kerzen,
Strahlt leisen Trost in die beklommne Brust,
Und schenkt in Tränen mir der Wehmut Lust.
Wer nimmt des Kummers Last von meinem
Herzen,
Wer hat um ihren Umfang je gewusst!  -
Ach tief verschlossen in der wunden Brust
Ist all' mein Weh  –  sind alle meine Schmerzen.
    
Du, den ich längst nicht mehr zu nennen wage,
Und dessen Bild mich dennoch stets umschwebt!
Du, der im Innern meines Herzens lebt,
Wo ich nur Dich,  und Schmerz und Sehnsucht trage,
O wenn Dein Blick hinauf zum Himmel strebt
Und holde Träume Dir der Mondschein webt,
So denk'  auch Du an unsres
Glückes Tage.
    
Sie sind dahin  –  in weite Ferne bannte,
Von Dir getrennt, mich grausam mein Geschick.
Erloschen ist in Tränen nun der Blick,
In dem sonst Muth und Hoffnung lodernd brannte.
Der ersten
Liebe namenloses Glück
Rief meines Schicksals Stimme ernst zurück,
Eh'  ich des Lebens vollen Werth erkannte. 
    
Seitdem verhüllt mit ihrem schwarzen Schleier
Die Schwermut mir die weite offne Welt;
Des Himmels hehres,  sternbesätes Zelt,
Des
Mondes Glanz,  der oft in stiller Feier
Der Nächte ödes Dunkel mir erhellt,     
Und ahnungsvoll die bange Brust mir schwellt,
Eröffnet nur mein
Herz der Wehmut freier.
                    
Ist mir auf ewig jenes
Glück verschwunden?
Ist schmerzliches Entbehren nur mein Loos?
Und wird allein des Grabes finstrer Schoß
Mich schützen vor des Leidens bangen Stunden,
So reiße schnell mich von dem Leben los,
Willkommner Tod,  denn in der Erde Schoß
Verbluten sanft des Herzens tiefe Wunden.

top


Clemens Brentano   (Trennung Liebesgedichte)

Wenn die Sonne weggegangen

 

Wenn die Sonne weggegangen,
Kömmt die Dunkelheit heran,
Abendrot hat goldne Wangen,
Und die Nacht hat Trauer an.

 

Seit die Liebe weggegangen,
Bin ich nun ein Mohrenkind,
Und die roten, frohen Wangen,
Dunkel und verloren sind.

 

Dunkelheit muss tief verschweigen,
Alles Wehe, alle Lust,
Aber Mond und Sterne zeigen,
Was ihr wohnet in der Brust.

 

Wenn die Lippen dir verschweigen
Meines Herzens stille Glut,
Müssen Blick und Tränen zeigen,
Wie die Liebe nimmer ruht.

top


Sophie Albrecht (Trennung Liebesgedichte)

Goldne Freiheit


Goldne Freiheit,  kehre wieder
In mein wundes Herz zurück,
Weck mir neue,  heitre Lieder
Und entwölke Geist und Blick.
 
Komm und trockne meine Tränen
Mit der rosig-zarten Hand,
Stille meines Busens Sehnen,
Löse, was die Liebe band.
 
Liebe schafft Olympos-Freuden,
Und wer ehrte sie wie ich? -
Tiefer doch sind ihre Leiden,
Und allein sie trafen mich.
 
Ach! mit Jahren voller Qualen,
Mit des halben Lebens Glück
Musst ich ihre Wonne zahlen,
Flüchtig,  wie ein Augenblick.
 
Ohne Freuden stieg der Morgen
Für mich arme Schwärmerin,
Und der Liebe bleiche Sorgen
Welkten meinen Frühling hin.
 
Wonne hat sie mir versprochen,
Treue war mein Gegenschwur,
Unsern Bund hat sie gebrochen,
Schmerz und Tränen gab sie nur.
 
Nimm für deine Palmenkrone
Was die Liebe mir verspricht,
Hier in dieser Männer-Zone
Grünt für mich die Myrte nicht.
 
Goldne Freiheit,  kehre wieder,
Stimme meiner Harfe Ton;
Jubelt lauter,  meine Lieder,
Ihr Umarmen fühl ich schon!

top


Johann Wolfgang von Goethe

An Behrisch
 

Du gehst! Ich murre.

Geh!  Lass mich murren.
Ehrlicher Mann
Fliehe dies Land.
Tote Sümpfe,
Dumpfe Oktobernebel
Verweben ihre Ausflüsse
Hier unzertrennlich.

Gebärort
Schädlicher Insekten,
Mörderhülle
Ihrer Bosheit.

Am schilfigten Ufer
Liegt die wollüstige
Flammengezüngte Schlange,
Gestreichelt vom Sonnenstrahl.

Fliehe sanfte Nachtgänge
In der Mondendämmerung,
Dort halten zuckende Kröten
Zusammenkünfte an Kreuzwegen.

Schaden sie nicht, 
Werden sie schrecken.
Ehrlicher Mann,   
Fliehe das Land!

II.
Sei gefühllos! 
Ein leichtbewegtes Herz
Ist ein elend Gut 
Auf der wankenden Erde.
Behrisch, des Frühlings Lächeln
Erheitre deine Stirne nie;  
Nie trübt sie dann mit Verdruss
Des Winters stürmischer Ernst.

Lehne dich nie an des Mädchens 
Sorgenverwiegende Brust, 
Nie auf des Freundes
Elendtragenden Arm.

Schon versammelt
Von seiner Klippenwarte
Der Neid auf dich 
Den ganzen luchsgleichen Blick.

Dehnt die Klauen,  
Stürzt und schlägt
Hinterlistig sie 
Dir in die Schultern.

Stark sind die magern Arme,
Wie Pantherarme;
Er schüttelt dich  
Und reißt dich los.

Tod ist Trennung,
Dreifacher Tod
Trennung ohne Hoffnung
Wiederzusehn.

Gerne verließest du
Dieses gehasste Land,
Hielte dich nicht Freundschaft
Mit Blumenfesseln an mir.

Zerreiß sie!  Ich klage nicht.
Kein edler Freund
Hält den Mitgefangenen,
Der fliehn kann,  zurück.

Der Gedanke 
Von des Freundes Freiheit
Ist ihm Freiheit
Im Kerker.

Du gehst, ich bleibe.
Aber schon drehn  
Des letzten Jahrs Flügelspeichen
Sich um die rauschende Achse.

Ich zähle die Schläge 
Des donnernden Rads, 
Segne den letzten,
Da springen die Riegel,  frei bin ich wie du!

top


 

 

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